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Wie lässt sich bei der Verpackung von Fleisch mit Knochen durch mehrschichtige Coextrusionsfolien ein Gleichgewicht zwischen Flexibilität und Härte erzielen?

06.05.2026

Das Verpacken von Fleischprodukten mit Knochen – wie Rippchen, Hähnchenschenkeln, Lammkoteletts und Tiefkühlfisch – stellt eine besondere Herausforderung dar: Die Folie muss robust genug sein, um dem Durchstechen durch scharfe Knochen standzuhalten, gleichzeitig aber flexibel genug, um sich der Form des Produkts anzupassen und Vakuumversiegelung sowie Kühlkettentransport zu überstehen. Zu starre Folien können Falten werfen oder nicht richtig verschließen, während zu weiche Folien beim Transport und der Handhabung beschädigt werden können. Mehrschichtige Folien sind daher eine gute Lösung. Co-Extrusionstechnologiebietet eine Lösung, wobei das richtige Verhältnis von PA (Polyamid, allgemein als Nylon bezeichnet) zu PE (Polyethylen) der Schlüssel zur Erreichung des idealen Gleichgewichts zwischen Festigkeit und Flexibilität ist.

 

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1. Widersprüchliche Anforderungen an die Verpackung von Fleisch mit Knochen

Scharfe Knochenspitzen wirken wie natürliche „Nadeln“. VakuumverpackungDie Folie schmiegt sich eng an die Knochen an und erzeugt so lokale Spannungsspitzen. Handhabung, Stapeln und Einfrieren verstärken diese Spannungen zusätzlich und erhöhen das Risiko von Durchstichen. Um dies zu verhindern, müssen Folien eine hohe Durchstichfestigkeit aufweisen – üblicherweise erreicht durch einen höheren Anteil an Polyamid (PA), einem harten, hochfesten Material. Die Durchstichfestigkeit hängt jedoch nicht allein von der PA-Dicke ab; auch die Position der Schicht und die Verarbeitungsbedingungen spielen eine entscheidende Rolle.

 

Zu dicke PA-Schichten erhöhen die Steifigkeit und verringern die Flexibilität, wodurch sich die Folie unregelmäßigen Fleischformen nur schwer anpassen kann. Dies kann zu Faltenbildung an den Siegelnähten oder sogar zu einer mangelhaften Heißversiegelung führen. Umgekehrt macht ein zu hoher PE-Anteil die Folie weich und anpassungsfähig, verringert aber die Durchstoßfestigkeit. Die technische Herausforderung besteht darin, das optimale PA/PE-Verhältnis zu finden, um diese Eigenschaften auszubalancieren.

 

2. Die Rolle von PA und PE: Kraft und Flexibilität vereinen

In mehrschichtigen coextrudierte FolienPA dient typischerweise als Kernverstärkungsschicht und bietet Durchstoßfestigkeit und Hitzebeständigkeit. Seine hochgradig regelmäßigen Molekülketten und die hohe Kristallinität verleihen ihm eine ausgezeichnete Zugfestigkeit. PA ist jedoch hygroskopisch, und Feuchtigkeitsaufnahme kann seine Leistung leicht beeinträchtigen. Daher wird PA häufig in mittleren oder inneren Schichten platziert, um die Feuchtigkeitseinwirkung zu minimieren.

 

Polyethylen (PE), insbesondere metallocenbasiertes lineares Polyethylen niedriger Dichte (mLLDPE), bietet Flexibilität, Schlagfestigkeit bei niedrigen Temperaturen und hervorragende Heißsiegeleigenschaften. Auch bei Minustemperaturen bleibt PE flexibel und dämpft Stöße ab. Durch die Anpassung der Schichtdicken und -positionen von Polyethylen (PA) und PE können Hersteller die mechanischen Eigenschaften der Folie präzise steuern.

 

3. Strategien zur Optimierung des PA/PE-Verhältnisses: Vom Konflikt zur Synergie

Entwurf mehrschichtiger Strukturen coextrudiertFilme für Knochen-in MFür Lebensmittelverpackungen ist mehr erforderlich als nur die Erhöhung des PA- oder PE-Anteils. Schichtanzahl, Dicke der einzelnen Schichten und symmetrische versus asymmetrische Strukturen beeinflussen die Leistungsfähigkeit.

 

3.1 Symmetrische Strukturen: Ausgewogener Ansatz

Bei sieben- oder neunlagigen symmetrischen Folien befinden sich die PA-Schichten üblicherweise in der Mitte oder nahe den äußeren Lagen, die PE-Schichten an beiden Seiten. Ein typischer siebenlagiger Aufbau ist: PE/Bindemittel/PA/EVOH/PA/Bindemittel/PE. Die Gesamtdicke des PA beträgt in der Regel 20–30 % der Folienstärke. Die PE-Schichten sorgen für Flexibilität und Heißsiegelfähigkeit, während die mittleren PA-Schichten als Verstärkung dienen. Dieser Aufbau eignet sich für die meisten Fleischsorten mit Knochen und gewährleistet, dass sich die Folie nach dem Vakuumieren dicht an das Produkt anschmiegt, ohne zu reißen.

 

3.2 Asymmetrische Strukturen: Harte Außenseite, weiche Innenseite

Für Produkte mit sehr scharfen Knochen oder große Verpackungen, wie z. B. Lammkeulen mit Knochen oder ganze gefrorene Hähnchen, kann eine asymmetrische Struktur verwendet werden. PA-Schichten befinden sich außen, während die PE-Schicht innen dicker ist. Beispiel: PA/Bindemittel/PA/EVOH/Bindemittel/PE/PE. Der PA-Anteil kann 25–35 % erreichen, teilweise mit übereinanderliegenden PA-Schichten. Das äußere PA bietet einen hohen Durchstoßschutz, während das innere PE die nötige Weichheit für das Heißsiegeln und den schonenden Kontakt mit dem Fleisch gewährleistet. Die Zugabe von Elastomeren wie POE (Ethylen-Octen-Copolymer) zur inneren PE-Schicht kann die Flexibilität bei niedrigen Temperaturen weiter verbessern.

 

4. Weitere Faktoren, die die Flexibilität und Härte beeinflussen

Mehrere andere Faktoren beeinflussen die Filmleistung:

Auswahl der Krawattenschicht: Der Elastizitätsmodul der Haftschichten beeinflusst die Gesamtsteifigkeit. Flexible Haftvermittlerharze können die Flexibilität verbessern, ohne die Haftung der Schichten zu beeinträchtigen.

Gesamtfilmdicke:Bei gleichem PA/PE-Verhältnis bieten dickere Folien eine höhere Durchstoßfestigkeit, jedoch eine geringere Flexibilität. Für Fleisch mit Knochen wird eine Gesamtdicke von 80–120 μm empfohlen.

Abwärts gerichtete Wasserkühlung: Schnelle, gleichmäßige Abkühlung führt zu einer feinkörnigen PA-Kristallinität, wodurch die Sprödigkeit reduziert, die Festigkeit aber erhalten bleibt. Wassergekühlte Folien weisen zudem enge Dickentoleranzen (±5 %) auf, wodurch Schwachstellen, die anfällig für Durchstiche sind, minimiert werden.

 

5. Häufig gestellte Fragen

Frage 1: Ist eine dickere PA-Schicht immer besser? Könnte eine Erhöhung über 50 % die Sicherheit verbessern?

A: Nicht unbedingt. Dicke PA-Schichten erhöhen die Steifigkeit, wodurch sich die Folie unregelmäßigen Fleischformen nur schwer anpassen lässt. Feuchtigkeitsaufnahme reduziert die Leistung zusätzlich, und die Materialkosten steigen deutlich. Für die meisten Fleischsorten mit Knochen bietet ein PA-Anteil von 20–30 % ein optimales Gleichgewicht. Ab 35 % nimmt die Flexibilität stark ab, während die Durchstoßfestigkeit nur noch geringfügig verbessert wird.

 

Frage 2: Ist eine EVOH-Barriereschicht notwendig? Beeinträchtigt sie die Flexibilität?

A: EVOH bietet Sauerstoffbarriereeigenschaften und verlängert so die Haltbarkeit. Für Produkte mit langer Haltbarkeit oder für den Export wird eine 5–10 µm dicke EVOH-Schicht (ca. 5–10 % der Gesamtdicke) empfohlen, die die Flexibilität nur minimal beeinträchtigt. Durch das Einbringen von EVOH zwischen PA-Schichten oder die Verwendung flexibler Haftvermittler wird die Sprödigkeit verringert. Für die kurzfristige Tiefkühllagerung kann auf EVOH verzichtet werden, um die Flexibilität zu maximieren.

 

Frage 3: Sollten sich die PA/PE-Verhältnisse in gefrorenen Umgebungen ändern?

A: Ja. Bei -18 °C oder darunter wird PE etwas weniger flexibel, während PA steifer wird. Eine Reduzierung des PA-Anteils (z. B. von 25 % auf 20 %) beugt Sprödigkeit vor. Hochsteifes PP sollte als Heißsiegelschicht vermieden werden; stattdessen sind niedrigtemperaturmodifiziertes PE oder EVA vorzuziehen.

 

Bei der Optimierung von Flexibilität und Härte in Verpackungen für Fleisch mit Knochen geht es darum, das richtige Gleichgewicht zu finden, nicht einfach nur die Festigkeit zu maximieren. Mehrschicht-KoextrusionDurch präzise PA/PE-Verhältnisse, sorgfältige Schichtanordnung und Materialmodifikation können Folien die Eigenschaften „hart außen, weich innen“ erzielen. Dicke, Position und Güteklasse jeder Schicht sollten auf die Fleischart, das Verarbeitungsverfahren und die Lagerbedingungen abgestimmt sein.